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Pokern – Texas Hold’em Regeln

Pokern – Texas Hold’em Regeln

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Kaum ein Casino-/Glücksspiel erfreute sich in den letzten Jahren grösserer Beliebtheit als Texas Hold’em Pokern. Dies liegt nicht zuletzt an dem grossen Nervenkitzel und der breiten Taktik, die dieses Spiel bietet – es gibt es auch genug Spannung für etwaige Zuschauer. Was mit Übertragungen in Sport-Spartensendern begann, gipfelte letztlich in Prime-Time Pokershows mit Prominenten, laut Quote erfreute sich hier die TV-Total Pokernacht grösster Beliebtheit.

Pokern – Texas Hold’em Regeln

Texas Hold’em an sich ist nur eine Variante des klassischen Poker-Spiels. Weitere, weltweit beliebte, Varianten sind hier beispielsweise Seven Card Stud oder Omaha Hold’em. In diesem Beitrag möchte ich mich der weit verbreitetsten Variante «Texas Hold’em» widmen – es handelt sich hierbei auch um die Variante, die am meisten Platz in Fernsehübertragungen findet oder bei Turnieren mit den höchsten Preisgeldern ausgezeichnet wird.

In Sachen Spielregeln kann hier nur von den gängigen Regeln gesprochen werden – in vielen Casinos gibt es kleine Abwandlungen der Standardregeln, die zumeist aber extra ausgewiesen werden. Die Regeln an sich sind hierbei nicht besonders schwer, die Schwierigkeit liegt viel mehr im Lesen und Interpretieren der Gegner. Gerade deshalb empfiehlt es sich für Einsteiger, an Tischen mit geringen Einsätzen zu beginnen oder aber auch die eine oder andere Partie online auszuprobieren, bevor man sich an die «grossen Tische» im Casino wagt. Stichwort online: Auch hier erfreut sich Texas Hold’em grosser Beliebtheit, ganze Ligen oder Vorausscheidungen für echte Turniere werden mittlerweile rein digital abgehalten.

Die Karten

Hier findet ein Deck französischer Karten mit 52 Blatt seinen Einsatz. Standard-Paketkarten sind in der Regel etwas grösser als normale Karten und komplett aus Kunststoff – so soll das Zinken von Karten verhindert werden. Die Kartenwerte gehen von 2 bis 10 und weiter zu den klassischen Bilderkarten Bube, Dame, König und Ass. Da jeder Spieler nur zwei Handkarten erhält und ein Mixed-Deck aus 5 Karten auf dem Tisch gebildet wird, können rein theoretisch bis zu 22 Spieler an einer Runde teilnehmen. In Realität wird zumeist in kleineren Runden gespielt – in den meisten Casinos maximal zu zehnt.

Der Dealer / Geber

Der Kartengeber hat in Texas Hold’em eine eher verschwindend kleine Rolle und nimmt, im Unterschied zu anderen Casino Spielen, defakto nicht am eigentlichen Spielgeschehen Teil. Er erhält keine eigene Kartenhand sondern beschränkt sich rein auf das Bedienen der Spieler. In privaten Pokalrunden ist es auch üblich, dass es keinen eigenen Dealer gibt – hierfür gibt es dann den sogenannten «Dealerbutton», der nach jeder Runde eine Position weitergegeben wird. Dies passiert auch in Casinos, da die Reihenfolge des Dealers aufgrund der nun folgenden Regel äusserst massgeblich für den Spielverlauf ist.

Die Blinds

Der Spieler zur Linken des Dealers muss vor Beginn der Runde den sogenannten «Small Blind» setzen, der Spieler wiederum zu dessen Linken den «Big Blind» – der dem doppelten Wert des Small Blinds entspricht. Hierbei handelt es sich um einen nominellen Grundeinsatz, der nach einer gewissen Vorgabe (Zeit, gespielte Runden etc.) erhöht wird. Alle anderen Spieler müssen vor Erhalt der Karten keinen Grundeinsatz leisten. Die sogenannten «Blinds» sorgen vor allem bei Einsteigern oft für Verärgerung, dienen aber letztlich dazu, das Spiel etwas schneller und riskanter werden zu lassen. Aufgrund dieser «blinden» Grundeinsätze steigt die Chance, das Karten auch entsprechend gespielt, statt weggeworfen, werden massiv – so nimmt das Spiel deutlich an Fahrt auf.

Pokern - Texas Hold’em Regeln
Pokern – Texas Hold’em Regeln

Wettrunde Eins – Preflop

Jeder Spieler erhält vom Dealer seine beiden Handkarten. Nun beginnt der Standard Wettvorgang. Der Spieler zur Linken des Big Blinds trifft als erstes seine Entscheidung – sofern er spielen möchte, muss er mindestens den «Big Blind» setzen – in der Pokersprache wird dieses Halten des Einsatzes als «Call» bezeichnet.

Ebenso gibt es die Möglichkeit, den Einsatz weiter zu erhöhen – dies nennt sich «Raise» – oder sich zu entscheiden, den Einsatz nicht zu leisten und stattdessen lieber auszusteigen – dies wird als «Fold» bezeichnet.

Sofern ein Spieler erhöht, muss der darauf folgende Spieler auch diesen höheren Einsatz spielen, die Referenz auf den «Big Blind» gilt nur für den ersten Spieler, der erhöht. Alle folgenden Spieler haben immer dieselbe Entscheidung. Ein Spieler darf nur dann erhöhen, wenn vor ihm ein anderer Spieler erhöht hat. Das bedeutet, es kann nicht im ersten Wettdurchgang erhöht werden, alle Spieler halten, und im zweiten Durchgang darf derselbe Spieler erneut erhöhen. Die Wettrunde endet automatisch, sobald auf die Erhöhung eines Spielers alle anderen Spieler entweder gehalten oder weggeworfen haben. Das Aussteigen aus der Runde ist generell zu jedem Zeitpunkt möglich.

Wettrunde Zwei – Flop

Nach der ersten Wettrunde legt der Dealer drei Karten offen auf dem Tisch auf. Diese drei Karten werden als «Flop» bezeichnet. Der Standard Wettvorgang wird nun wiederholt, wobei der erste Spieler ab sofort auch die Möglichkeit hat, abzuwarten, den Einsatz also nicht zu erhöhen – dies wird offiziell als «Check» bezeichnet.

Wettrunde Drei – Turn Card

Der Dealer legt eine weitere Karte zum Flop hinzu, sodass nun vier Karten offen liegen. Die Standard Wettrunde wird wiederholt.

Wettrunde Vier – River Card

Auch hier deckt der Dealer eine neue Karte auf, die letzte Karte für den offenen Spielstapel. Anschließend wird die Standard Wettprozedur bis zum Showdown wiederholt.

Der Showdown

Nun muss jeder Spieler aus seinen zwei Handkarten und maximal drei der fünf Tischkarten die beste Kombination aus nachfolgender Wertigkeitstabelle bilden. Beginnen muss hier der Spieler, der in der letzten Runde als letzter erhöht hat. Sofern kein Spieler erhöht hat, beginnt der Spieler, der als erstes gesetzt hat. Alle anderen Spieler haben nun die Chance, ihre Karten ebenfalls zu zeigen oder aber simpel wegzuwerfen ohne diese zeigen zu müssen. Die Karten wegzuwerfen, ohne sie zu zeigen, ist vor allem aus dem taktischen Aspekt des Bluffens heraus interessant.

Der Spieler mit der, aus nachfolgender Tabelle entnehmbaren, höchsten Kombination gewinnt – sofern mehrere Spieler eine gleichwertig hohe Kombination vorweisen können, wird der Pot geteilt.

BezeichnungBeschreibungWahrscheinlichkeit
High CardDie höchste einzelne Karte17,411920 %
Ein PaarZwei Karten gleichen Wertes43,832255 %
Zwei PaareZwei Paare23,495536 %
DrillingDrei Karten des gleichen Wertes4,829870 %
Straße, StraightFünf aufeinanderfolgende Karten4,619382 %
FlushFünf beliebige Karten einer Farbe3,025494 %
Full HouseEin Drilling und ein Paar2,596102 %
Vierling, PokerVier Karten des gleichen Wertes0,168067 %
Straight FlushFünf aufeinanderfolgende Karten einer Farbe0,027851 %
Royal FlushDie Folge 10 bis Ass in einer Farbe0,003232 %

Die Höhe der Einsätze

In der Regel muss bei einer Erhöhung der Einsätze mindestens der Big Blind als Erhöhung des Einsatzes eingebracht werden. Bei offenen Spielen kann ab diesem Betrag jeder beliebig hohe Einsatz angespielt werden, bis hin zum «All-In», bei dem ein Spieler seinen kompletten Chips-Vorrat setzt. Hier gibt es, wahrscheinlich durch diverse Fernsehsendungen geprägt, unterschiedliche Rituale – sodass sich Spieler beispielsweise symbolisch erheben und stehend hinter ihrem Sessel bis zum Ende der Runde verharren, da es grundsätzlich möglich sein könnte, dass sie nach dem Ende dieser Runde alles verloren haben und somit nicht mehr an diesem Tisch teilnehmen können.

Der Verlauf des Spiels

Pokern - Texas Hold’em Regeln
Pokern – Texas Hold’em Regeln

In der Regel kaufen Spieler eine gewisse Menge an Chips gegen Echtgeld vor Beginn eines Turniers bzw. bevor an einem Tisch begonnen wird zu spielen. Anschliessend wird ausschliesslich um diese Chips gespielt. Sofern ein Spieler keine Chips mehr hat, scheidet er aus, bis sich letztlich nur noch zwei Spieler am Tisch befinden. Diese spielen im Heads Up um den Sieg und den Gewinn des Pots, der sich in der Regel aus der Summe der zuvor getätigten Echtgeld-Einsätze zusammensetzt.

Das Bluffen

Pokern wäre eigentlich ein sehr einfaches Glücksspiel, wenn sich jeder Spieler an Wahrscheinlichkeiten und tatsächliche Siegeschancen halten würde – doch das Setzverhalten ist ohne Vorgabe jedem selbst überlassen. Sofern ein Spieler hohe Beträge setzt, um seine Mitspieler zu verunsichern und ggf. zur Aufgabe zu bewegen, ohne dass er selbst gute Karten in der Hand hat, nennt sich dies bluffen. Vor allem dieses Verhalten, und der Versuch aus dem Verhalten der anderen Spieler zu lesen, gibt Pokern eine einzigartige Faszination und einen überraschend hohen Tiefgang. Da letztlich nicht unbedingt der Spieler mit den besten Handkarten, sondern teilweise ggf. auch der Spieler mit den besten Blufferfähigkeiten, gewinnt (da alle anderen Spieler aussteigen), können hier auch Einsteiger gute Chancen haben.

Aus eigener Erfahrung kann ich berichten – wagt euch auch als Einsteiger an dieses Kartenspiel heran, solange ihr die Grundeinsätze niedrig haltet zumindest. Echte Einsteiger sind oft eine Gefahr für grosse Profis, da diese oft wehement auf vermeintlich gute Karten setzen (und somit quasi aus Unwissenheit eigentlich perfekt bluffen) ohne sich tatsächlich der Wertigkeit bewusst zu sein. Hier können Profis schnell verzweifeln und an Einsteigern zerschellen.

Pokern - Texas Hold’em Regeln
Pokern – Texas Hold’em Regeln

Insofern – ob Einsteiger oder Profi: Wir wünschen euch viel Spass bei der Faszination «Pokern» und hoffen, ihr findet mit dieser Erklärung einen besseren Einstieg in Texas Hold’em, egal ob als Zuschauer vorm Fernseher, oder selbst als Spieler online, im Casino oder gar bei Turnieren.

 

Jan Gruber Sportlicher, dauer-switchender Gamer aus Wien mit schwerem Hang zu Gadgets und Apps.

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